Sein etwas plumper, gedungener feuerroter Körper und die riesigen schwarzen Augen lassen ihn wie ein Relikt aus grauer Vorzeit erscheinen. Streicht man über seinen Körper, fallen sofort die fest sitzenden, harten Schuppen auf. Am hinteren Rand sind sie zu bedrohlichen Dornen zugespitzt. Der deutsche Name „Rotbarsch“ ist täuschend, denn in Wirklichkeit gehört der Exot zur Familie der Panzerwangen und ist mit tropischen Feuerfischen verwandt.
Die großen Augen weisen bereits darauf hin, dass der Rotbarsch ein Tiefseefisch ist. Er lebt als Schwarmfisch im Nordatlantik in Tiefen von 80-1000 Metern. Die Tiere werden durchschnittlich 40cm lang, im Alter können sie jedoch zu 1m lang und 15kg schwer werden. Rotbarsche werden erst nach ihrem zehnten Lebensjahr geschlechtsreif. Besonders ist, dass Rotbarsche lebend gebären – die Eier reifen im Muttertier heran. Zwischen März und Juni gebiert es dann (die in der Tierwelt eher geringe Zahl von) 50 000 – 350 000 etwa 8mm lange Larven. Rotbarsche erreichen ein wahrhaft biblisches Alter von 60 Jahren. Sie sind Räuber und ernähren sich von Garnelen, Krabben und kleineren Fischen.

Beliebte, aber bedrohte Delikatesse
Rotbarsche werden vor allem mit Schleppnetzen oder als Beifang der Kabeljau- und Shrimpsfischerei gefangen – dabei haben sie gegen die fußballfeldgroßen Netze der industriellen Trawler keine Chance. Wie der WWF kritisiert, sind die meisten Bestände nur unzureichend dokumentiert und überfischt. Durch seine faszinierende, aber langsame Fortpflanzung dauert die Verdoppelung der Population bis zu 14 Jahren. Dadurch ist die Art besonders anfällig, die Folgen rücksichtsloser Fischereipolitik zeigen sich oft erst Jahrzehnte später. Die Beliebtheit (Marktanteil in Deutschland 2004: 5.8%) als Speisefisch tut Ihr übriges. Die Bestände sind stark zurückgegangen und schwanken zwischen „historischem Tief“ (Norwegen) bis zu „voll reproduktionsfähig“ (Island, Ostgrönland). Die Befischung der eng verwandten Art Sebastes mentella mit Grundschleppnetzen führt zudem zu einer verheerenden Zerstörung des Meeresbodens. Der internationale Rat für Meeresforschung empfahl 2005 eine Begrenzung der Fanquoten. Politik und Industrie setzten die Quoten jedoch doppelt so hoch an. Die Folge: „Es wurde zum ersten Mal weniger Rotbarsch gefangen, als es die Quote erlaubt hätte. Es gab nicht mehr genug Fisch, um sie auszuschöpfen“ (WWF: Rotbarsch).

Der Rotbarsch als Speisefisch

Das feste, rötlich-weiße Fleisch ist sehr wohlschmeckend und enthält kaum Fett. Es eignet sich für nahezu alle Zubereitungsarten. Tipp: Achten Sie bei Rotbarsch auf die Frische: Nur ein kräftig rot leuchtender Fisch ist tatsächlich frisch. Nach einigen Tagen verliert der Fisch seine Farbe! Das ist auch der Grund dafür, weshalb sie im Supermarkt meist nur Filets ohne Haut erhalten. Als Alternative für umweltbewusste Genießer empfiehlt das Fisch-Gruber Team Wolfsbarsch aus pelagischem Netzfang oder aus Angelfang.

Nährwert pro 100g vom verzehrbaren Anteil: 479 kJ/114 kcal – Wasser 76 %, Eiweiß 18,5 %, Fett 3,8 % / Cholesterol: 55 mg / Mineralstoffe: Natrium 80 mg , Kalium 308 mg , Calcium 22 mg / Spurenelemente: Jod 99 µg , Fluor 0,2 mg , Phosphor 201 mg , Eisen 0,7 mg / Vitamine: Vitamin A 12 µg , Vitamin B1 0,11 µg , Vitamin B2 0,08 µg

Weblink: http://wwf-arten.wwf.de/media/254/A-Z_Rorbarsch.pdf

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