Die Donau ist nicht nur Heimat von über 300 Vogel-, sondern auch von 59 verschiedenen Fischarten. Viele dieser Fische sind uns heute kaum mehr bekannt – wie beispielsweise Barbe, Nase, Blaunase, Aitel, Hasel, Brachse, Güster, Schied, Huchen und Sterlet. Aber auch Karpfen, Hecht, Zander, Barsch, Aal, Wels und sogar Hausen (Belugastöre) sind in der Donau heimisch.

Ökologische Katastrophen

Viele Fische sind durch die Regulierung der Donau, Überfischung und die Kraftwerksbauten verschwunden – wie beispielsweise der Hausen, der früher im Raum Wien heimisch war. Im letzten Jahrhundert sind 80% der Überschwemmungsgebiete der Donau verloren gegangen. Diese Gebiete wirken wie Nieren und filtern Schadstoffe aus dem Wasser. Nur die Hälfte des Donauverlaufes gilt heute als „naturnah“.

Zudem hat sich der Charakter des Flusses geändert. Während die Donau früher ein schnell fließender Fluss mit ruhigen Uferbuchten war, verwandelte sie sich durch die Kraftwerksbauten in eine Kette von Stauseen. Das Wasser fließt nunmehr langsam, ist wärmer, trüber und sauerstoffarmer; zudem haben sich Seitengräben gebildet.

Fischarten, die in der Donau vorkommen (Bild: IPCDR)

Fischerei damals und heute

Ihre große Zeit erlebte die Donaufischerei in der Vor- und Nachkriegszeit, als es noch keine Importe im großen Stil gab und die Menschen heimischen Fisch konsumierten. Zudem war die Nachfrage nach dem leicht verderblichen und teuren Gut nicht so groß wie heute. Durch die zunehmende Marktglobalisierung lernte man auch hierzulande Meeresfisch kennen und schätzen, die Importe wurden immer wichtiger.

Seitdem etwa 50 Jahren bildet sich die Donaufischerei kontinuierlich zurück – nicht zuletzt auch wegen großen ökologischen Problemen. Seniorchef Erich Gruber erzählt: „Damals bekamen wir schon wenig Donaufische und das nur von Sportfischern, dabei mussten wir aufpassen und jeden einzelnen Fisch beriechen weil sie nach Teer (Karbol) rochen – das war in den Kiemen feststellbar, natürlich schmeckte auch das Fleisch danach.“ Fisch-Gruber führte damals Barben, Aiteln, Nasen und Russnasen, die vielfach aus Nebenflüssen der Donau (Ybbs, Traisen, Pielach, March, Schwechat) bezogen wurden. „Die feineren Gattungen wurden immer unter der Hand verkauft, davon sah der Handel nichts. Dazu zählten der Huchen, auch Donaulachs genannt, aber auch Forellen, Äschen, Hechte, Karpfen, und wahnsinnig große Welse mit über 100kg. Nicht zu vergessen auch der Donauschill (Zander)!“, erzählt Gruber. Die Wasserverschmutzung hat viele Fischarten abwandern oder verenden lassen; die Donauregulierung und teilweise Überfischung haben das Ihrige beigetragen um das sensible Ökosystem zu stören.

So spielt die Donaufischerei heute kaum mehr eine Rolle. Erich Gruber räsoniert: „Fische gibt es sicher noch heute, aber wer fischt schon? Die alten Fischer sind weggestorben und die nachkommende Generation interessiert sich sehr wenig oder fischt in anderen Gewässern. Man sieht ja, wie wenige Daubel (Netze) entlang der Donau noch stehen.“ Auch eine kleine, verschworene Gemeinschaft von Hobbyfischern bevölkert die Ufer und Arme der Donau immer noch – wirtschaftlich fällt dies jedoch nicht ins Gewicht.

Während Organisationen wie die „Internationale Kommission zum Schutz der Donau“ (IKSD) transnationale Initiativen zur Rettung und Bewahrung des Naturerbes starten, beginnt man sich auch hierzulande wieder auf verantwortungsvollen regionalen Genuss zu besinnen. Donaufisch wird jedoch wohl noch lange eine eher seltene Delikatesse auf heimischen Tellern bleiben.

Tipp: Die englische Version des schönen Donaufisch-Poster kann bei der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau kostenlos angefordert werden. Zu bestellen unter icpdr@unvienna.org. Informationen unter www.icpdr.org.

Zum Herunterladen: Die Fische des Donauraumes. Poster der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD).

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