Der Fischhandel lebt von trendigen Fischsorten. Doch manchmal ist es besser auf Sorten zu verzichten, die wegen unsauberer Zuchtpraktiken als bedenklich eingestuft werden. Vietnam wirft billig produzierten Trendfisch auf die Märkte. Der Trendfisch aus Asien im Gespräch!
Das Meer liefert nicht mehr ausreichend Fisch zur großflächigen Konsumentenversorgung. Zuchtbemühungen sind deswegen eine willkommene und viel beschworene Initiative. Immer öfter muss sich jedoch die Fischzuchtindustrie fragen lassen, was hinter den Kulissen nun wirklich abgeht.

Pangasius – der perfekte Dinner-Fisch?
Primärziel der Zuchtindustrie ist die großflächige Versorgung des Marktes mit Zuchtfisch, der in Eigenschaft und Geschmack den Konsumentenanforderungen möglichst entspricht. Die gesamte Aufzucht muss billig also wirtschaftlich und effizient sein! Immer öfter verstecken sich aber hinter den seltsamen Zuchtschöpfungen aufwendige Vermarktungsstrategien.
Im Augenblick überschwemmt der asiatische Zucht-Schlager „Pangasius“ den europäischen Markt. Billig in der Aufzucht, schnell im Erreichen der Schlachtreife, festfleischig, neutral im Geschmack sowie nahezu grätenfrei. Der ideale Kandidat für geschäftstüchtige Importeure.
Erst vor kurzem, wegen fraglicher Zuchtmethoden bei Garnelen in die Schlagzeilen geraten, sieht sich die südostasiatische Fischzuchtindustrie neuerdings mit bedenklichen Untersuchungsergebnissen der EU konfrontiert. Südostasien ist der größte Lieferant von Pangasius. (90 % der gesamten Weltproduktion – 43 % davon gehen in die EU!) Pangasius wandert vielfach als Filet in die Verkaufsregale heimischer Supermärkte. Köche lieben ihn wegen seiner vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten, der Konsument schätzt ihn als absoluten Preisknaller! Pangasius ist also billig hat beinahe keine Gräten und wird selbst von der Gastronomie hochgejubelt! Ein „must“ also auch für den Ottonormalverbraucher ?

Wenn mehr drin ist, als draufsteht! – Eine Chemiebombe erobert den Markt
Doch, immer öfter gibt es Zuchtpangasius (Haiwels) aus dubiosen Süßwasserfarmen. Die hohe Besatzdichte in geschlossenen Aufzuchtbecken macht den Einsatz von Antibiotika und anderen chemischen Zusatzstoffen unvermeidlich. Diese Zusatzstoffe (Pestizide) werden gegen Fischparasiten und Pilze eingesetzt. Einer davon ist Malachitgrün, für den Menschen gesundheitsschädlich. Laut „Spiegelbericht“-23/2006 „hantieren südkoreanische Züchter laut einer Studie, mit 140 verschiedenen Antibiotika – viele davon sind weder für Menschen noch für Tiere zugelassen. … Kenner des Fischmarktes vermuten seit langem, dass der Boom asiatischer Aquakulturen hemmungslosem Chemikalieneinsatz zu verdanken ist.“ Antibiotika werden vor allem als Prophylaxe gegen Infektionen verabreicht. Denn die Tiere schwimmen mehr oder weniger in den eigenen Exkrementen.

„EpochTimes-Online“ schockiert mit seiner Headline: „Antibiotika-Einsatz in Fischzucht gefährdet Gesundheit des Menschen“ und verweist auf die Gefahr der Entstehung resistenter Krankheitserreger, die zunehmend verschiedenartige Krankheiten bei Mensch und Tier verursachen! (New York Medical College im «Environmental Microbiology») Züchter exotischer Exemplare haben immer öfter Argumentationsbedarf. Der Konsument fordert zunehmend Legitimations- und Qualitätsnachweise der Züchter. Überlegen Sie deshalb beim nächsten Fischkauf ob „billig“ wirklich besser ist!? Als Alternative empfiehlt Fisch-Gruber einen festfleischigen, grätenarmen Wildfang. Wilder Fisch muss nicht immer teuer sein! Fragen Sie Ihren Fischhändler, er informiert Sie über aktuelle Wildfänge zu adäquaten Preisen! Warum nicht einmal zu heimischen Sorten wie Forelle, Zander, Wels oder Saibling greifen!?

Was, wenn Sie nicht sicher sind, was Ihnen im Restaurant vorgesetzt wird?
Fragen Sie nach dem Küchenchef und verwickeln Sie ihn ins Gespräch. Fragen Sie nach der Herkunft der Garnelen oder des Fisches auf ihrem Teller. Achten Sie dabei auf die Reaktion des Küchenchefs. Wird er rhetorisch unsicher oder weigert er sich seine Quellen preiszugeben, wissen Sie, da ist was faul. Ein kompetenter Fisch-Gastronom ist ein Fischkenner und wird Ihnen gerne Rede und Antwort stehen. Also Augen auf beim nächsten Fischeinkauf.

© Fisch-Gruber, 2009 für Aufklärung in Sachen Fisch für Wien