130 Jahre Tradition – Unsere Geschichte

Die „Blumen-Sopherl“ und das „Fischweiberl“ vom Naschmarkt sind sprichwörtlich!

Am 26. November 1876 erwarb die Urgroßmutter Laura Laula Lämmermann “Von dem Magistrate der k.k. Reichshaupt- und Residenzstadt” einen Gewerbeschein und gründete auf dem „alten“ Naschmarkt am Wiener Freihausplatz das erste Fischstandl mit Schirm und Karpfenbottich. Der Stand musste damals jeden Tag neu aufgebaut werden. Im Sommer war der Verkauf von Muschelschalen als Zierobjekte ein veritabler Nebenverdienst. Getreu dem alten Spruch “In den Monaten ohne R isst man keinen Fisch” (in dieser Zeit haben die heimischen Fische Schonzeit) wurde im Sommer auch Obst und Gemüse verkauft.

Die Reiselust führte eine Tochter der Gründerin, Luise Lämmermann, zur Kur nach Italien, wo sie Freundschaften mit italienischen Fischern schloss. So begann mit den ersten Seefischimporten aus Italien mit der Pferdekutsche. Dies erforderte für die damals etwa 20kg großen Lieferungen einigen Aufwand: Die Fische wurden in Weidenkörben gelagert und zwischen den einzelnen Lagen Fisch wurde Seetang oder Brennesseln gelegt, um die Ware frisch zu halten. In St. Corona wurde die Ware umgeladen und kam so über den Wechsel nach Wien. Importiert wurden damals Angler, Sardinen, Oktopus, Branzino, Orata, Muscheln und Meeräschen aus Venedig.
Die Familie Lämmermann war damals Lieferant von Botschaften, Gesandtschaften und sogar Hoflieferant – schnell sprachen sich die sensationellen neuen Importe bei den Köchen und den Herrschaften herum. Im Jahr 1916 kaufte man 4 der neuen – von Friedrich Jäckel geplanten – Stände (à 3x3m bzw. 2.5×2.5m) gekauft und schöne Bottiche aus Lärchenholz angeschafft.


Der Naschmarkt um 1938

Um 1935 übernahm mit Helene Lämmermann (geb. 1910) die nächste Generation das Geschäft. Bis zuletzt war die rüstige Luise Lämmermann jedoch noch im Geschäft. Selbst im hohen Alter setzte sie sich auf ihren Sessel vors Geschäft, ließ sich einen Kaffee und ein Kipferl bringen und überwachte das Karfreitagsgeschäft.


Die drei Damen vom Naschmarkt in den 1960ern: Helene Meisinger (3. Generation), Luise Lämmermann (2. Generation), Hella Gruber (4. Generation)

Während des Zweiten Weltkriegs war die Not überall groß. Fisch wurde durch Lebensmittelmarken rationiert, unter der Hand und für das nötige Kleingeld war er natürlich immer zu bekommen. Viele arme Leute behalfen sich und angelten heimischen Fisch aus der Donau oder regionalen Gewässern.

Am 1. Juli 1956 setzte Helene Meisinger, geborene Lämmermann fort, was zwei Generationen zuvor begonnen wurde. In der Tradition der wortgewaltigen, humorvollen und dominanten Persönlichkeit im Sinne der Naschmarktmentalität, entwickelte man nach dem Krieg ein erfolgreiches Unternehmenskonzept. Der Ruf des zum Geheimtipp gewordenen Geschäftes musste ausgebaut werden.

Hella Gruber, der Blaue Blitz vom Naschmarkt
Hella Gruber, der “Blaue Blitz” vom Naschmarkt

Hella Gruber erinnert sich: “Wir haben alle großen Hotels beliefert – das Sacher, Bristol, Imperial, Astoria. Ich bin damals mit dem Fahrrad den Fisch ausliefern g’fahren, die lebenden Forellen im Wasserbottich am Buckel. Und dann habe ich mitten auf der Kärtner Straße einen Stern g’rissen. Da sind die Forellen nur so am Pflaster g’sprungen. Zu mir haben’s immer der “Blaue Blitz” gesagt, wegen meinem Mantel und der roten Haube. So haben mich sogar die Polizisten ‘kannt und ich durft’ sogar bei Rot über die Kreuzung fahren.


Der Fischstand der Familie Lämmermann-Meisinger-Zeissl in den 1960ern

1971 begannen Hella und Erich Gruber mit internationalen Fischimporten, u.a. Muscheln, Austern und lebenden Hummern. Dazu kam 1973 eine Kühlhalle mit 150 t Lagerkapazität. 1985 wurde aufgrund von Innovationen in der Kühltechnik 250t Lagerplatz neu geschaffen. Mit großem Erfolg wurde ein Großhandelsnetz aufgebaut – in den 1980ern unterhielten die Grubers die größte Hummerhälterung Österreichs. Hella und Erich Gruber haben das Unternehmen zu dem ausgebaut, was es heute ist – einem der traditionsreichsten und führenden Familienbetriebe Wiens.

In den 1990er Jahren änderte sich auch zunehmend das Profil des Naschmarktes. Bis dahin war die hintere (der Secession zugewandte) Seite als “3-Kilo-Gasse” bekannt. Dort waren die Lager der Geschäfte untergebracht, wo man am Abend die nicht verkaufte Ware günstig in großen Sackerln kaufen konnte. Mit der Restrukturierung wurden die Magazine geschlossen, es entstanden Restaurants und neue Geschäfte.

Das Unternehmen wird seit 01. Juli 1997 in der fünften Generation von Wolfgang Gruber betrieben und das mit großem Erfolg. Kraft hierfür bekommt er von seinen Kunden, die ihm die Treue halten.

Als Frischfischspezialist am Wiener Naschmarkt bietet Fisch-Gruber neben lebend Fisch wie Steinbutt, Zander, Karpfen, Forellen und Saiblingen auch lebende Krustentiere wie Hummer & Langusten an. Der persönliche Kundenkontakt ist wie vor hundert Jahren auch heute noch unerlässlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Frisch-Fisch wird alle 48 Stunden angelandet und von Marokko bis Norwegen und Grönland bis Südafrika fangfrisch importiert.

Der Konkurrenz von Kettenläden und Nachahmern setzen „die Grubers“ reichhaltiges, internationales Sortiment, Frischegarantie und bedingungslosen Einsatz für den Kunden entgegen. Dadurch bleibt Gruber der Platzhirsch in Sachen Frischfisch am Wiener Naschmarkt!

Der Geheimtipp Fisch-Gruber ist Garant dafür, daß der Naschmarkt weiterhin Wiens Lieblingsplatzl für Spezialitäten bleibt.