Diskrete Küchenhelfer! Gewürze & Kräuter – Das Eichmaß der Zivilisation!
3 Februar 2009Die Evolution des guten Geschmacks! – Der wohl bedeutendste Kulturakt des Menschen ist und bleibt das „Essen“. Anfänglich nur reine Triebbefriedigung, wurde das würzende Beiwerk sehr bald zum Bestandteil genussvoller Rituale.
Im Zentrum der menschlichen Kulturgeschichte steht die Nahrungsaufnahme. Geschmäcker sind verschieden, Gott sei Dank! Während der Eine dezente Raffinessen bevorzugt, entdeckt der Andere seine Götterspeise in charaktervoll-würzigen Kompositionen. Nur eins darf es nicht sein, fad! Kulinarische Fadesse ist kurz gesagt der Todfeind steter menschlicher Veredelungsbemühungen.
Gewürze wurden früher vielseitig eingesetzt. Neben der Speisebegleitung auch zu Zwecken der Heilung, dem Haltbarmachen aber auch um Ungeziefer fernzuhalten. Gewürze standen auch als Handelsgut hoch im Kurs. Italienische Städte wie Venedig oder Genua verdankten ihre Reichtümer dem ausgedehnten Gewürzhandel.

Vielseitige Geschichte
Neben der biologischen Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme steht eine Genussgeschichte voll Sinnlichkeit. Der Anteil dieser „Kleinen Helfer“ in unserem Ernährungsalltag ist zwar verschwindend gering, dennoch ist er für das vollendete kulinarische Vergnügen essentiell. Sieht man von ihrer Genusswirkung einmal ab, spielten Gewürze im Alltag vergangener Kulturen auch als Arznei eine wichtige Rolle. Von ihrer Heilkraft haben sie auch heute nichts eingebüsst.
Die richtige Würze zur richtigen Speise macht noch heute unser Essen zur schmackhaften Gesundheitsvorsorge. Ägyptische Belege geben uns Aufschluss über Würzmethoden der reichen Oberschicht von damals. Unzählige Gewürze kamen zum Einsatz. Auch die Speisen der Sklaven waren gewürzt. Gesundheit war wesentlich für deren Arbeitseinsatz. Mit dem erhöhten Waren- und Personenverkehr zwischen Okzident und Orient sowie den Kreuzzügen stieg die Bedeutung von Gewürzen auch in der abendländischen Hemisphäre.
Geschmackliche Vielfalt – die Mutter des Genusses!
Heute zählen Kräuter und Gewürze zum Basisrepertoire jeder guten Küche. Manch kulinarisches Vermächtnis ist heute in verschiedensten Küchen wieder anzutreffen. Eine Fusion der besonderen Art setzte mit der zunehmenden Internationalisierung der Küche ein. Heute sind der geschmacklichen Vielfalt keine Grenzen gesetzt; gut ist, was schmeckt. Einzig und allein die dos & don’ts der Kombination und Dosierung gilt es einzuhalten.
Fisch-Gruber hat unter Tipps&Tricks die wichtigsten Fischgewürze kurz beschrieben und für Sie zusammengefasst. Neben bekannten und oft verwendeten Gewächsen finden sich auch in unseren Breiten weniger bekannte Gewürzempfehlungen. Ob mediterran oder orientalisch, die Bandbreite der Geschmäcker ist mit diesen Gewürzen, zumindest was Fisch angeht, abgedeckt. Bleibt uns nur noch, Ihnen gutes Gelingen bei Ihrer nächsten Kreation zu wünschen!
Hier geht`s zur Gewürzübersicht: Klicken Sie hier!
Die wichtigsten Fischgewürze auf einen Blick: Annatto, Beifuß, Bockshornklee, Cayennepfeffer, Curryblätter, Estragon, Fenchel, Galgant, Kapern, Kardamom, Knoblauch, Kurkuma, Lorbeer, Macis, Meerrettich, Muskatnuss, Paprika, Pfeffer, Safran, Salbei, Salz, Schwarzkümmel, Senfkorn, Sesam, Thymian, Wacholder, Zitronengras
Buchtipp: Gert von Paczensky/Anna Dünnebier – Kulturgeschichte des Essens und Trinkens. Orbis, 1999.
© Fisch-Gruber, 2009 alles für Fische in Wien







